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Nicolas de Staël

Der russisch-französische Maler Nicolas de Staël wird am 5. Januar 1914 in St. Petersburg geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern (1921 und 1922) werden er und seine Schwester von wohlhabenden Freunden der Familie in Brüssel aufgenommen. De Staël erhält mit deren Hilfe eine klassische Bildung und tritt im Jahre 1933 in die Brüsseler "Académie Royale des Beaux-Arts" und in die "Académie des Beaux-Arts de Saint-Gilles-lès-Brusselles" ein. 1936 reist der Künstler mit einigen anderen Malern nach Marokko. Während dieses Aufenthaltes lernt er die Malerin Jeannine Guillou (1906–46) kennen, die seine Lebensgefährtin wird. Im Winter des Jahres 1938 kehren die beiden gemeinsam nach Paris zurück. Nicolas de Staël lernt hier die Kunsthändlerin Jeanne Boucher kennen, die sich für seine künstlerischen Arbeiten interessiert.
1939 verlässt der Maler Paris um seinen Dienst in der Fremdenlegion in Tunesien zu leisten. Nach seiner Rückkehr lebt er mit Jeannine Guillou in Nizza und lernt hier die Künstler Alberto Magnelli (1888–1971), Sonia Delaunay-Terk (1885–1979), Henri Goetz (1909–89) und Félix Aublet (1903–78) kennen. Unter deren Einfluss beginnen sich Nicolas de Staëls Gemälde von der Gegenständlichkeit zur Abstraktion zu entwickeln.
Im Jahre 1943 kehrt der Künstler gemeinsam mit seiner Guillou nach Paris zurück und kontaktiert auf Vermittlung von Jeanne Bouchers den Architekten Pierre Chareau (1883–1950). Auf Alberto Magnellis Empfehlung trifft de Staël den Maler César Domela (1900–91). Dieser Kontakt fördert das steigernde Interesse des Künstlers am Licht- und Schattenspiel in seinen Gemälden. Im Januar 1944 zeigt Jeanne Bucher in ihrer Galerie Gemälde und Zeichnungen Nicolas de Staëls gemeinsam mit Werken von Wassily Kandinsky (1866–1944) und Domela.
Im selben Jahr findet die erste Einzelausstellung des Künstlers in der "Galerie L’Esquisse" und 1945 weitere in der "Galerie Jeanne Bucher" und im "Salon d’Automne" statt. Im Jahre 1946 stirbt die Lebensgefährtin Jeannine Guillou, doch bereits im darauffolgenden Jahr heiratet der Künstler Françoise Chapouton. Seit 1950 stellt de Staël in der Galerie des Kunsthändlers Jacques Dubourg aus. Auf der Einzelausstellung in der "Matthiesen Gallery" in London im Jahre 1951 präsentiert der Maler seine ersten Gemälde, die eine Rückkehr zur Gegenständlichkeit zeigen.

Seit dieser Zeit zeigt Nicolas de Staël zunehmend gegenständliche Werke in seinen Ausstellungen, so z.B. in der "Galerie Jacques Dubourg" und im "Salon de Mai" in Paris. In der "M. Knoedler & Co. Gallery" in New York überwacht der Künstler 1953 persönlich die Hängung seiner Werke. Diese Einzelausstellung zeigt 33 Gemälde (entstanden zwischen 1948 und 1952), aber auch Zeichnungen und Lithografien. Im Jahre 1954 stellt er in der "Paul Rosenberg Gallery" in New York aus. Noch im selben Jahr verlässt er nach vielen Ausstellungen und Reisen seine Familie und zieht sich nach Antibes zurück. Hier entstehen zahlreiche Stillleben, Landschaften und Seestücke.
Am 16. März 1955 nimmt sich Nicolas de Staël, von künstlerischen Zweifeln und Depressionen geplagt, durch einen Sprung vom Balkon seines Ateliers in Antibes das Leben.


 
Ketterer Kunst
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