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Marcel Duchamp

Marcel Duchamp, geboren am 28. Juli 1887 in Blainville bei Rouen, ist eine Schlüsselfigur des "Dadaismus". Den künstlerischen Anstoß dazu geben v.a. die "Ready-mades" des französischen Malers, Bildhauers und Objektkünstlers, der damit die traditionelle Kunst, Konventionen und Formen, an der Schwelle des 20. Jahrhunderts, ad absurdum führt.
1904 geht Marcel Duchamp nach Paris und beginnt dort mit traditionellen Porträts und impressionistischen Landschaften. Während sich seine Geschwister, der Maler "Jacques Villon", der Bildhauer "Raymond Duchamp-Villon" und die Malerin "Suzanne Duchamp" bereits als Künstler einen Namen gemacht haben, verdient sich Marcel Duchamp mit Illustrationen seinen Unterhalt, wie beispielsweise für den "Courrier français".
Ab 1910 entstehen einige Arbeiten unter dem Einfluss Paul Cézannes und ein Jahr später orientiert er sich, angeregt durch Georges Braque und Guillaume Apollinaire, am Kubismus und Futurismus. Es entsteht dabei ein Bild mit den verschiedenen Phasen eines Bewegungsablaufs, ähnlich der Chronofotografie.

Unabhängig von dadaistischen Bewegungen experimentiert Marcel Duchamp bereits 1913 mit serienmäßig hergestellten Alltagsgegenständen, die er aus ihren eigentlichen Zusammenhang herausnimmt und die er "durch die bloße Auswahl des Künstlers zur Würde eines Kunstgegenstandes erhebt", wie beispielsweise in seinem bekannten Ready-made "Fahrrad-Rad" (1913). Seine ironische Distanz zur Dingwelt wie zur Kunst ist modern, avantgardistisch und skandalös, wenn er, wie z.B. ein benutztes Urinal zum Kunstwerk deklariert und bei einem Wettbewerb einreicht ("Fontaine" von 1914).
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs emigriert Marcel Duchamp nach New York und lernt dort Man Ray, Katherine S. Dreier und das Ehepaar Arensberg kennen, seine größten Förderer und leidenschaftliche Sammler seiner Kunst. 1921 erscheint die erste und einzige Ausgabe der Zeitschrift "New York Dada", der Herausgeber Marcel Duchamp und Man Ray.
Nach einigen Experimenten mit kinetischen Problemen und optischen Apparaten verlässt Marcel Duchamp Amerika, geht nach Paris und widmet sich dort ab 1925 fast ausschließlich dem Schachspiel. 1958 entsteht in diesem Zusammengang der Film "Dadascope" mit Duchamp und dem Schachmeister Larry Evans beim Schachspiel im Wasser. Im Jahr 1941 packt der Künstler sein Gesamtwerk in Form von kleinen Repliken in eine Schachtel "La boîte en valise" und ein Jahr später initiiert Marcel Duchamp eine große Surrealistenausstellung in New York. Nach dem Krieg entstehen weitere Ready-mades, die die Objektkunst der damaligen Zeit stark beeinflussen.
Am 2. Oktober 1968 stirbt Marcel Duchamp in Neuilly-sur-Seine. Sein Gesamtwerk hat "Dada" ebenso beeinflusst, wie die Theorie Freuds und die Erfahrung des 1. Weltkrieges und es befindet sich heute größtenteils im Philadelphia Museum of Art.


 
Ketterer Kunst
Sammelgebiete:
z. B. SURREALISMUS