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MALEREI
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Jean Miotte

Der französische Maler Jean Miotte wird im Jahre 1926 in Paris geboren. Er ist einer der Begründer der informellen Kunst, die ab 1945 in Paris entsteht und gilt als einer der großen abstrakten Maler Frankreichs. Nach dem zweiten Weltkrieg beginnt Jean Miotte zunächst ein Studium der Mathematik und des Ingenieurswesens. Zu dieser Zeit entstehen erste Ölbilder: Stillleben und imaginäre Kompositionen. 1947 bis 1949 finden erste Besuche in den Ateliers des Montparnasse statt, insbesondere von Othon Friesz (1879 - 1949) und Ossip Zadkine (1890 - 1967), bei denen er in der Folge studiert.
Außerdem empfängt Miotte Einflüsse von Jacques Villon (1875 - 1963), Georges Rouault (1871 - 1958) und Henri Matisse (1869 - 1954). 1948 unternimmt der Künstler seine erste Italienreise. Im Jahre 1950 malt und lebt er in Meudon. Hier trifft er Hans Arp (1886 - 1966) und Gino Severini (1883 - 1966). Es entstehen erste abstrakte Arbeiten. Sam Francis (1923 - 94) trifft Jean Miotte in dessen Atelier in Ville'Avray.
Seit 1953 beteiligt sich der Künstler an den Ausstellungen im Salon des "Réalités Nouvelles" in Paris. Außerdem nimmt Miotte im selben Jahr an einer Gruppenausstellung in der Galerie Durand in Paris teil und verlegt sein Atelier nach Bologna in das Haus des Prinzen Youriewitch. 1954 beteiligt sich der Maler an der Eröffnungs-Ausstellung der Galerie Haut Pavé von Iris Clert (1917 - 86) in Paris. Weiterhin verbringt er viel Zeit mit den Malern Serge Poliakoff (1900 - 69) und Pierre Dimitrienko (1925 - 75) und André Lanskoy (1902 - 76).
Im Jahr 1957 findet die erste Einzelausstellung mit Werken Jean Miottes in der Galerie Durand in Paris statt. Es überwiegen die dunklen und schwarzen Partien. Im darauf folgenden Jahr nimmt ihn der Galerist Jacques Dubourg unter Vertrag. Jean Miotte nimmt an der ersten Biennale und an der Gruppenausstellung "15 Maler aus Paris" im Kölnischen Kunstverein teil. In der Folge finden bis heute in allen europäischen und amerikanischen Metropolen in jedem Jahr zahlreiche Ausstellung Jean Miottes statt. 1961 erhältder Künstler ein sechsmonatiges Stipendium in New York durch die Ford-Stiftung. Währenddessen lernt er zahlreiche amerikanische Künstler kennen, darunter Robert Motherwell (1915 - 91), Mark Rothko (1903 - 70), Jacques Lipschitz (1891 - 1973) und Alexander Calder (1898 - 1976).
In Pignans in der Provence erwirbt Jean Miotte ein Grundstück und erbaut hier 1963 sein Atelier.
1971 wechselt er von der Ölfarbe zu Acryl und zieht nach Hamburg. Bereits 1973 bezieht er ein Atelier in Vitry bei Paris und später in Soho (New York).
Im Vergleich zu seinen früheren Werken findet eine starke Reduktion statt. Es entstehen rhythmische Kompositionen, in denen die Farbe weiß dominiert. Im Jahre 1980 wird Jean Miotte als einziger westlicher Künstler eingeladen, nach dem Ende des Mao-Regimes in Peking auszustellen. Außerdem sind seine Werke in Hongkong, Singapur und Taipeh zu sehen. 1994 zieht er mit seinem Atelier zunächst nach Fribourg (Schweiz) und 1995 zurück nach Pignans. Der 1996 gegründeten Miotte Stiftung wird zunächst der Werkhof in Fribourg zur Verfügung gestellt. Dieser brennt jedoch zwei Jahre darauf vollständig ab, so dass die Stiftung 1999 in New York registriert und dort im Museum in Chelsea aufgenommen wird. Jean Miotte stirbt am 1. März 2016. Die Arbeiten des Künstlers werden in zahlreichen Museen wie dem New Yorker Museum of Modern Art, dem Kölner Museum Ludwig und dem Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris präsentiert.


 
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