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MALEREI
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Jean Jacques de Boissieu

Jean-Jacques de Boissieu, geboren am 30. November 1736 in Lyon, ist ein französischer Graveur und Maler, dessen Werke in vielen Sammlungen und Museen weltweit vertreten sind.
Obwohl seine Eltern das Richteramt für ihren Sohn vorsehen, entscheidet sich de Boissieu für den Beruf des Künstlers, zu dem er sich schon als Kind hingezogen fühlt. Er lernt unter anderem bei den Malern Jean-Charles Frontier und Lombard. Eine Allergie gegen Öl zwingt ihn allerdings, die Malerei aufzugeben. Stattdessen wendet sich de Boissieu der Zeichnung zu. 1758 veröffentlicht er sein erstes Werk "Livre de griffonnements inventés et gravés par de Boissieu". Seine künstlerische Ausbildung vervollkommnet er während eines Aufenthalts in Paris von 1761 bis 1764. Daran schließt sich von 1765 bis 1766 eine Grand Tour nach Italien an, bei der er den Duc de la Rochefoucauld begleitet. Auf dieser Reise lernt der Künstler auch Voltaire kennen. De Boissieu fertigt zahlreiche Landschaftszeichnungen und Zeichnungen der Monumente in Italien an.
Zurück in Lyon erringt er mit seinen Arbeiten großen Erfolg und hat den Ruf als einer der letzten Vertreter der klassischen Radierkunst. Manchen gilt er, so das französische Künstlerlexikon Bénéziet, als "Rembrandt français", da er vor allem in seinen späteren Jahren die für diesen typischen Hell-Dunkel-Effekte einarbeitet. Jean-Jacques de Boissieu fertigt unter anderem einige Platten für Diderots Enzyklopädie an. Seine Spezialität sind ausdrucksstarke Portraits und Landschaften, vor allem aus der Region von Lyon und Italien aber auch Reproduktionen holländischer Landschaftsansichten nach Ruysdaël, van de Velde und anderen. Wegen seiner Allergie hat Jean-Jacques de Boissieu nur wenige Gemälde geschaffen, dafür jedoch zahlreiche Zeichnungen und Gravüren. Sein realistischer Stil ähnelt der holländischen Schule.
1771 wird de Boissieu zum königlichen Berater und Kämmerer im Finanzbüro berufen. 1780 wird er in die Académie de Lyon aufgenommen. Darüber hinaus gilt der Künstler als Gründer der Lyoner Malschule.
Während der Französischen Revolution steht er unter dem Schutz von Jacques-Louis David, seine Kupferplatten werden unter den Schutz des Gesetzes gestellt.
1802 wird Jean-Jacques de Boissieu Mitglied der Verwaltungskommission des Kunstkonservatoriums (Conservatoire des Arts). Von 1806 bis zu seinem Todesjahr 1810 ist der Künstler Bürgermeister von Lentilly in der Nähe von Lyon. Jean-Jacques de Boissieu stirbt am 1. März 1810 in Lyon.


 
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