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MALEREI
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Cherubino Alberti

Cherubino (Zaccaria Mattia) Alberti, geboren am 24. Februar 1553 im toskanischen Sansepolcro, ist ein italienischer Maler und Kupferstecher, der auch als Militäringenieur tätig ist.
Nachdem der Sohn einer Künstlerfamilie bei seinem Vater Michele die Kunst der Malerei und Freskenmalerei erlernt hat, wendet sich Alberti zunächst dem Kupferstich zu, zuerst als Radierung, später mit dem Grabstichel. Sein Stil ist beeinflusst von Agostino Carracci und vor allem von Cornelis Cort, bei dem er vermutlich zusammen mit Carracci in Rom gelernt hat. Die meisten seiner über 200 bekannten Kupferstiche entstehen zwischen 1568 und 1612 nach Vorbildern wie Michelangelo und Raffael, einige auch nach eigenen Motiven. Letztere sind vor allem Reproduktionen antiker Skulpturen, aber auch Szenen aus dem Alten und Neuen Testamentes sowie mythologische und allegorische Darstellungen. Cherubino Alberti signiert oft mit dem Kürzel CAB (Cherubinus Albertus Burgensis). Seine Arbeiten zeichnen sich durch ihre Präzision und Eleganz aus und weisen ein fein nuanciertes Hell-Dunkel auf.
In den 1580er Jahren wendet sich Cherubino Alberti wieder schwerpunktmäßig der Freskenmalerei zu. Seine früheren Arbeiten, die oft zusammen mit dem Vater und den zwei Brüdern Alessandro und Giovanni ausgeführt werden, sind heute teilweise nicht mehr bekannt oder nur aus Verträgen nachweisbar. Am bekanntesten sind seine Gewölbe- und Wandfresken der Sala Clementina im Vatikan, die er 1598 nach dreijähriger Arbeit mit seinem Bruder Giovanni vollendet hat. Thema sind die "Storie della vita di S. Clemente I Papa". Während der Ausführung dieser Fresken wird Cherubino Alberti 1598 wegen Mordes in Abwesenheit zum Tode verurteilt, erhält jedoch einen päpstlichen Schutzbrief über sechs Monate, um seine Arbeit fortsetzen zu können. Später wird ihm völlige Straffreiheit gewährt. Am Ende seines Lebens widmet sich Cherubino Alberti der Konstruktion von Kriegsgeräten und scheint nicht mehr künstlerisch tätig gewesen zu sein.
Von 1611 bis 1614 ist Alberti Leiter der Accademia di San Luca in Rom, einer Künstlervereinigung, bei deren Gründung 1593 er aktiv mitgewirkt hat.
Cherubino Alberti stirbt, wohl schwer krank, am 18. Oktober 1615 in Rom und wird im Familiengrab in der Chiesa di Santa Maria del Popolo in Rom beigesetzt. Schon zu Lebzeiten wird Alberti vom Papst in die Nobili Romani aufgenommen und mit dem Titel eines Ritters der Lilie und des goldenen Sporns geehrt. Außerdem erhält er das Recht, das Goldgitter des Wappens von Papst Aldobrandini in das eigene Familienwappen aufzunehmen.


 
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