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Carlo Carloni

Der italienische Maler, Zeichner und Freskant Carlo Innocenzo Carloni wird im November des Jahres 1686 im heutigen Lanzo d’Intelvi am Lago di Lugano geboren. Er ist der zweite Sohn des Stuckateurs Giovanni Battista Carloni. Als 12-Jähriger folgt Carloni seinem Vater zur Ausbildung als Stuckateur nach Deutschland, wechselt jedoch schon bald zur Malerei. Weiterhin geht er bei dem Freskenmaler Giulio Quaglio (1668–1751) in die Lehre und ist Mitarbeiter bei dessen Dekorationen in Venedig, Udine und 1702-03 im Dom von Ljubljana.
Von 1699–1702 ist Carlo Carloni vier Jahre in Venedig. Hier wird er besonders von Tiepolo (1696–1770) beeinflusst und besucht die Akademie. Nach 1706 erfolgt in Rom eine Weiterbildung Carlonis bei Francesco Trevisani (1656–1746). 1708 ist er in Innsbruck für die Ursulinenkirche tätig. 1712 folgt die Ausführung des "Hl. Stephan" für die Pfarrkirche in Kirchberg bei Wagram und des Altarbildes "Die hl. Anna lehrt Maria" in der Karmeliterkirche in Linz. Carloni ist als Freskant am Hof von Passau beschäftigt. Um das Jahr 1715 folgt die Berufung des Künstlers durch Eugen von Savoyen (1663–1736) und die Übersiedelung nach Wien.
1716 vollendet Carloni ein Hauptwerk, die "Apotheose des Prinzen Eugen" gemeinsam mit Marcantonio Chiarini (ca. 1652–1730) im Spiegelsaal des Oberen Belvedere. Ebenfalls mit Carlo Chiarini führt er danach im Palast Daun-Kinsky das Deckenbild im Hauptsaal aus. In diese Wiener Periode gehören weiterhin die Fresken im Schloss Hetzendorf bei Wien. Außerdem wird Carlo Carloni 1717 mit Dekorationen im Ratssaal des Landeshauses in Linz beauftragt, die er mit Francesco Massenta ausführt. Im Jahre 1719 beginnt die Dekoration der Kuppel der Trinitatiskirche in Stadl-Paura ebenfalls mit Massenta. Gleichzeitig freskiert Carloni die Schloss-Kapelle der württembergischen Residenz in Ludwigsburg (bis 1721), das Gewölbe der Paulus-Kapelle in der Michaeliskirche in Wien sowie Zwickel und Kuppel der Sakraments-Kapelle im Dom zu Breslau. Zwischen Juli 1721 und 1723 arbeitet Carlo Carloni in Wien erneut im Oberen Belvedere gemeinsam mit Chiarini und Gaetano Fanti (1687–1759). Diese Arbeiten werden von häufigen Aufenthalten in der Heimat unterbrochen.

Der Künstler fertigt zum Beispiel die Gemälde in der Kirche von Balerna (Tessin), in S. Fedele in Como und die Gemälde und Fresken im Santuario del Crocifisso, ebenfalls in Como. Im Jahre 1729 freskiert Carloni die Decke der Pfarrkirche in Groß-Siegharts und die Schloss-Kapelle in Schlosshof. In der Folge siedelt er nach Prag über, um die Dekoration der Haupttreppe und zweier Säle im Palast Clam-Gallas auszuführen. 1730 wird Carloni erneut nach Ludwigsburg an den württembergischen Hof berufen. Hier fertigt er bis 1733 seine aufwendigsten Freskodekorationen im Neuen Corps de Logis und in der Ahnen-Galerie. Gleichzeitig ist er für den württembergischen Hofstaat im Schloss Heinsheim (1731) und für die Benediktinerabtei Weingarten (1731-32) tätig. 1734 beginnt der Künstler das Deckenfresko im Festsaal seiner Residenz in Ansbach.
1737 kehrt Carlo Carloni nach Italien zurück. In den Jahren 1738–44/45 freskiert er die Seitenschiffe im Dom zu Monza, 1745–47 die Kirche S. Pietro in Tagliuno gemeinsam mit dem Stuckateur Muzio Camuzzi (1717–59) und 1747 die Kirche S. Antonio (heuet S. Rita) in Bergamo. In den Jahren 1745–46 entsteht an den Wänden im Großen Saal der Villa des Conte P. Lecchi in Montirone/Brescia Carlonis reifstes Werk in Italien.
Am Ende der 40er beziehungsweise am Anfang der 50er Jahre wird der Künstler erneut in Deutschland mit einem Großauftrag betraut: Für den Kurfürsten Clemens August I. von Bayern (1700–61) freskiert er im Schloss Augustusburg zu Brühl das Deckenbild, zwei weitere Säle, sowie die Kapelle.
Nachdem sein Auftrag in Brühl abgeschlossen ist, befindet sich Carlo Carloni in Lodi und darauf in Brescia. In Brescia fertigt er allegorische Fresken im Treppenhaus und dekoriert verschiedene Säle des Palazzo Gaifami. Außerdem gehören die Fresken in Maria degli Angeli zu Carlonis wichtigsten Dekorationen. In derselben Schaffensperiode entstehen auch die Dekorationen in S. Michele all’Arco und im Dom zu Bergamo und noch viele weitere. Während seiner gesamten Karriere ist Carloni ein an den europäischen Höfen gefragter Künstler und gehört zu den bestbezahlten Malern seiner Zeit. Carlo Innocenzo Carloni stirbt am 17. Mai 1775 in seinem Geburtsort Scaria.


 
Ketterer Kunst
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