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Agostino Carracci

Der Maler und Kupferstecher Agostino Carracci wird am 16. August 1557 getauft. Er ist der Bruder des Annibale Carracci (1560 – 1609), Cousin des Ludovico Carracci (1555 – 1619) und Vater des Antonio Carracci (1583 – 1618). Die Carracci gehören der Phase des Frühbarocks an. Unter der Leitung von Prospero Fontana (1512 – 1597) absolviert Agostino seine erste Lehre. Später arbeitet er bei Bartolomeo Passerotti (1529 – 92) und bei dem Architekten Domenico Tibaldi. Dann nimmt ihn sein Vetter Ludovico in seiner Werkstatt auf.
Agostino Carracci gilt als der eigentliche Reformator des italienischen reproduzierenden Kupferstichs. Neben diesen künstlerischen Studien beschäftigte er sich zur gleichen Zeit mit den Wissenschaften, und er erwirbt sich in ganz kurzer Zeit auch als Mathematiker, Rethoriker, Musiker und Dichter einen geachteten Namen. Diese Liebe zu den Wissenschaften und Neigung zum Umgang mit gebildeten Personen, erregt den Neid seines Bruders Annibale, der selbst wenig Bildung genießt und nur in Gesellschaften von Personen unter seinem Stande ein Vergnügen findet. Sie lebten daher in ständigen künstlerischen Eifersüchteleien. Im Jahre 1589 geht er für längere Zeit nach Venedig. Zurück in Bologna beteiligt sich Agostino Carracci auch an den großen Freskoarbeiten der Familien Carracci. Diese stehen zu dieser Zeit in hohem Ansehen und die Aufträge häufen sich. Schon früh kann man den Anteil der drei Künstler Agostino, Annibale und Ludovico Carracci nicht mehr genau unterscheiden. Dennoch geht Hans Tietze in seiner Arbeit davon aus, dass Agostinos Anteil an den Fresken des Palazzo Sampieri (1593 – 94) verhältnismäßig groß ist.
Ab 1595 steht Annibale Carracci im Dienst des Kardinal Farnese in Rom. Möglicherweise folgt Agostino Carracci seinem Bruder im Jahr 1597 oder 1598 und hilft ihm bei der Ausschmückung der Galleria Farnese. Im Laufe der unvollendeten Arbeiten an der Galleria verschärfen sich die Streitigkeiten der Brüder und Agostino folgt im Jahr 1600 dem Ruf des Herzogs Ranuccio von Parma. Dort hat der Künstler die Aufgabe, ein Zimmer des Palazzo del Giardino mit Deckenbildern zu schmücken. Das Mittelbild und drei Seitenbilder werden von Agostino vollendet. Das vierte Seitenbild kommt jedoch nicht mehr zustande, da der Künstler im Alter von nur 45 Jahren am 22. März 1602 in Parma verstirbt.


 
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