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Abraham Bosse

Abraham Bosse geht als Kupferstecher, Radierer, Zeichner und Kunsttheoretiker in die Geschichte ein. Er wird um das Jahr 1604 als Sohn eines calvinistischen Schneidermeisters in Tours geboren. In den 20er Jahren des 17. Jahrhunderts zieht Abraham Bosse nach Paris. Dort absolviert er eine Ausbildung als Kupferstecher und arbeitet später als Graveur. In den folgenden Jahren fertigt Bosse über 1600 Arbeiten an. Seine Radierungen sind oftmals moralisierenden Inhalts und thematisieren in realistischen Darstellungen das gesellschaftliche Leben in der Zeit Ludwig XIII. Zeremonien, Feste und Szenen aus dem Volksleben gehören zu Bosses häufigsten Themen. Hierzu überträgt er oft Szenen des Evangeliums auf zeitgenössische Motive. Seine intensive Auseinandersetzung mit der zeichnerischen und detailgetreuen Wiedergabe der Realität veranlasst Abraham Bosse neben der Anfertigung von Drucken auch zur theoretischen Reflektion. Er gibt Traktate über die Technik des Radierens und zu Fragen der Perspektive heraus. Abraham Bosses Abhandlung über die Kunst des Kupferstechens von 1645 wird in mehreren Sprachen verbreitet.
Auch als Buchillustrator und in diesem Zusammenhang als Erfinder von Vignetten und Titelblättern wird Abraham Bosse bekannt. Besonders erfolgreich ist er mit seinen Mode- und Kostümstichen, in die er detaillierte Alltagszenen einfließen lässt. Abraham Bosse gehört zu den produktivsten Künstlern seiner Zeit. In dem Jahr 1648 erhält er einen Lehrauftrag an der neu gegründeten "Académie royale de peintre et de sculpture". Bosses streitbarer und herausfordernder Charakter, für den er bekannt ist, wird ihm jedoch zum Verhängnis. So wird ihm 1661 auf Grund von unüberwindbaren Differenzen der Lehrstuhl wieder entzogen.
Am 14. Februar 1676 stirbt Abraham Bosse in Paris.


 
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