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LITERATUR
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Stendhal

Stendhal, eigentlich Marie Henri de Beyle wird am 23. Januar 1783, als Sohn eines Anwalts in Grenoble geboren. Das Pseudonym "Stendhal" geht auf den Ort Stendal in Sachsen-Anhalt zurück. Die Gründe, aus denen er es jedoch wählt, sind ungeklärt. Bereits 1790 stirbt seine Mutter an den Folgen des Kindbettfiebers und 1794 wird sein Vater verhaftet.
So wird Stendhal bis zu seinem zwölften Lebensjahr von einem Priester erzogen. Ab 1796 besucht er dann die neu gegründete Zentralschule in Grenoble. Durch ein Empfehlungsschreiben erhält er 1799 von Pierre Daru eine Stelle im Kriegsministerium.
Unter Napoleon nimmt er am Italienfeldzug 1800 teil, wo er hauptsächlich als Regimentschreiber in Mailand eingesetzt wird. Als Zuschauer beeindruckt ihn die Schlacht bei Marengo derart, dass er ins 6. Dragonerregiment eintritt und kurz darauf zum Unterleutnant befördert wird. Sehr bald wird er Adjuntant von General Michaud.
Nach dem Frieden von Amiens 1802 quittiert er seinen Dienst bei der Armee, um in Paris zu studieren. Hier entdeckt er den Autor Helvétius, der einen bedeutenden Einfluss auf seine philosophischen Anschauungen nimmt. In Folge einer turbulenten Affäre mit der Schauspielerin Melanie Guilbert stellt Stendhals Vater seine Zahlungen kurzzeitig ein, so dass Stendhal gezwungen ist als Gemüsehändler zu arbeiten.

Nach Paris zurückgekehrt, tritt er 1806 der Freimaurerloge Sainte-Caroline bei. Erneut durch den Einfluss Darus erhält Stendhal eine Stelle im Kommissariat, die er erfolgreich in den Jahren 1806 bis 1814 besetzt.
1812 reist er nach Russland. Als er Moskau erreicht, ist er durch die Konsequenzen des vaterländischen Krieges gezwungen, mit der Armee über Königsberg nach Paris zu fliehen. Eine weitere militärische Anstellung nach dem Sturz Napoleons lehnt er ab, und lässt sich in Mailand nieder, wo er die Bekanntschaft von Silvio Pellico, Alessandro Manzoni und Lord Byron macht.
1821 werden die italienischen Behörden durch seine Freundschaft mit einigen italienischen Patrioten auf ihn aufmerksam und er wird aus Mailand verbannt. Erneut in Paris angekommen, befremdet von der zeitgenössischen französischen Kunst, findet er in den Kreis um Destutt de Tracy.
1822 veröffentlicht er seinen "Essay sur l'amour", von dem in elf Jahren lediglich siebzehn Exemplare verkauft werden. Es folgen "Racine et Shakespeare"(1823), "Vie de Rossini" (1824), "D'un nouveau complot contre les industriels"(1825), "Promenades dans Rome" (1829) und sein erster Roman "Armance, ou quelques scénes de Paris en 1827" (1827).
Nach der Julirevolution wird er 1830 zum Konsul von Triest ernannt, die österreichische Regierung lehnt ihn jedoch ab, so dass er nach Civitavecchia geschickt wird. Sein Roman "Le Rouge et le Noir, chronique du XIXe siécle" erscheint nach seiner Abreise. Während eines Urlaubsaufenthaltes in Paris 1833 macht er die Bekanntschaft von George Sand und Alfred de Musset.
1835 wird Stendhal zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1838 veröffentlicht er "Mémoires d'un touriste". 1839 erscheint seine erste erfolgreiche Veröffentlichung "La Chartreuse de Parma". Der Roman erhält 1840 eine positive Anerkennung durch Balzac.
Am 22. März 1842 stirbt Stendhal an den Folgen eines Schlaganfalls in Gegenwart von Romain Colomb und Abraham Constantin in einem Pariser Hotel. Er wird auf dem Friedhof Montmartre beigesetzt.


 
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