Englishitalianofrançais
LITERATUR
Impressum / Kontakt

Michel Leiris

Der französische Schriftsteller und Ethnologe Michel Leiris wird am 20. April 1901 in Paris geboren. Nach dem ersten Weltkrieg gewinnt er Anschluss an die avantgardistischen Künstlerzirkel der Epoche, insbesondere zum Surrealismus. Michel Leiris wird Freund und Weggefährte der großen Künstler und Intellektuellen Frankreichs, darunter insbesondere Max Jacob (1876–1944), Pablo Picasso (1881–1973) und der Maler und Bildhauer André Masson (1896–1987), den Michel Leiris im Jahre 1922 kennen lernt.
Der Schriftsteller veröffentlicht im Jahre 1925 sein erstes Werk "Simulacre".
1929 verlässt er die Künstlergruppe des Surrealismus um seine künstlerische Selbständigkeit zu erlangen. Lediglich mit André Masson verbindet ihn eine lebenslange Freundschaft. Nachdem Michel Leiris den freundschaftlichen Kontakt zu Georges Bataille (1897–1962) gewinnt, kann er sich redaktionell für dessen Zeitschrift "Documents" engagieren. Der Ethnologe Marcel Griaule (1898–1956) schlägt dem Schriftsteller die Teilnahme an dessen Afrika-Expedition "Dakar – Djibuti" als Sekretär vor. Diese findet in den Jahren 1931 bis 1933 statt.
Nach seiner Rückkehr verfasst Michel Leiris das Reisetagebuch "L’Afrique Fantôme" über seine dortigen Erlebnisse. Die Veröffentlichung dieses Werkes führt zum Bruch mit Marcel Griaule.
Gemeinsam mit Batailles Roger Caillois (1913–78) und Jules Monnerot gründet Michel Leiris 1937 das religionswissenschaftlich inspirierte "Collège de Sociologie". Während einer psychoanalytischen Therapie in den Jahren 1929 bis 1935 erkennt Michel Leiris die Notwendigkeit, eine intime Autobiografie zu verfassen. In der Folge erscheint 1939 das Werk "L’Age d’Homme", ein programmatischer Text der Literatur als Selbstentblößung, welches 1948 bis 1976 in dem vierbändigen Werk "La Règle du jeu" eine Fortsetzung findet.
Michel Leiris stirbt am 30. September 1990 in Saint-Hilairie.


 
Ketterer Kunst
Sammelgebiete:
z. B. GROSSE NAMEN