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LITERATUR
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Honoré de Balzac

Honoré de Balzac, geboren am 20. Mai 1799 in Tours, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller und Dramatiker Frankreichs. Zusammen mit Stendhal und Gustave Flaubert zählt er zu den wichtigsten französischen Realisten. Als Hauptwerk gilt sein unvollendet gebliebener Zyklus "La Comédie humaine" mit rund 90 Titeln, die ein Sittengemälde des französischen Lebens nach dem Fall Napoleons bietet.
Balzacs Vater stammt aus einer Bauernfamilie und arbeitet sich in der Zeit vor und während der Französischen Revolution erfolgreich hoch; seinen Namen ergänzt er ab 1803 mit dem adligem "de". Honoré de Balzacs Mutter, bedeutend jünger als der Vater, ist Tochter aus gutbürgerlicher Familie. Balzac verlebt keine glückliche Kindheit, was er in seinem späteren Werk immer wieder verarbeitet. Als Vater Balzac einen neue Arbeit in Paris annimmt, zieht die Familie 1814 in die Hauptstadt. Dort nimmt Balzac 1816 das Jura-Studium auf, bricht es jedoch kurz darauf ab und widmet sich, mit der Unterstützung, aber nicht Billigung eines Vaters, seiner Karriere als Schriftsteller. Es entstehen unterschiedliche Texte, darunter ab 1821 auch Romane, die unter Pseudonym veröffentlicht werden. Honoré de Balzac verdient genug, um einen gewissen Lebensstandard zu halten, allerdings gelingt ihm der Durchbruch als Schriftsteller noch nicht. Auch später wird sein Jugendwerk als nicht besonders bedeutsam eingeschätzt. Nach einem erfolglosen Zwischenspiel als Verleger erfährt Balzac 1829 endlich den ersehnten Erfolg mit dem historischen Roman "Les Chouans, ou La Bretagne en 1799". Es ist das erste Werk, das er unter seinem Namen veröffentlicht. Ein bewegtes Leben beginnt. Honoré de Balzac unternimmt viele Reisen und unterhält zahlreiche Verhältnisse mit meist verheirateten adligen Damen. Ab 1832 macht er die Bekanntschaft der ukrainischen Gräfin Evelina Hanska, die er 1850 kurz vor seinem Tod auch heiratet und zur Alleinerbin bestimmt. Trotz seiner stetig wachsenden Schulden pflegt er einen luxuriösen Lebensstil als Lebemann.
Zugleich schreibt Balzac exzessiv oft mehr als 15 Stunden am Tag und entwickelt einen legendär gewordenen Kaffeeverbrauch. Dabei beweist er sich auch als geschäftstüchtig: Viele seiner Erzählung und Romane erscheinen als Fortsetzungsserien in Zeitschriften, ehe sie als Buch herauskommen. Darüber hinaus vermarktet er mehrere gedruckte Werke oft unter einem Gruppentitel noch einmal. Ab 1834 entwickelt Honoré de Balzac vielschichtige Figuren mit typisch menschlichen Stärken und Schwächen, die immer wieder in seinen Werken vorkommen; im Laufe seines Lebens entwirft der Schriftsteller gut 2000 Figuren. Die Texte werden zu einem Sittengemälde der Zeit. 1842 verfasst Balzac die ersten Bände von "La Comédie humaine", die als Gesamtausgabe seines vorhandenen und geplanten Werks angelegt ist. Allerdings stellt er von den geplanten 137 Romanen und Erzählungen seines Lebenswerks nur 91 Texte fertig. Sein realistischer Stil ist geprägt von einer genauen Beobachtungsgabe und einer ungefilterten Widergabe gesellschaftlicher Zustände; Balzacs Werk wird zum Vorbild für viele andere Schriftsteller.
Ab 1843 hat Honoré de Balzac wegen seines Lebenswandels starke gesundheitliche Probleme. Am 18. August 1850 stirbt Honoré de Balzac nach der Rückreise aus der Ukraine nach Paris und wird auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise beigesetzt. Die Trauerrede hält Victor Hugo.


 
Ketterer Kunst
Sammelgebiete:
z. B. GROSSE NAMEN