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Geographie Reisen Atlanten

Reiseatlanten stellen in der Kunstgeschichte eine eigene Gattungsform dar. Der Terminus "Atlas" verweist auf eine Kartensammlung, die in einer bestimmten Folge angeordnet ist.
So enthalten Reiseatlanten meist eine Weltkarte, Karten der Kontinente oder spezieller Regionen. Der Begriff "Atlas" an sich wurde zuerst durch das Werk von Gerard Mercator im 16. Jahrhundert in Deutschland gebraucht.
Die Vorläufer der modernen Atlanten in der Form von Kartenwerken erscheinen hingegen bereits im Mittelalter, diese werden im Italien der Renaissance zu Druck gebracht. Abraham Ortelius veröffentlicht im Jahre 1560 in Antwerpen die ersten modernen Atlanten. Allgemein erfahren die geographischen Reiseatlanten in den Niederlanden des 16. und 17. Jahrhundert ihre Blütezeit. Da die Atlanten jener Zeit kunstvoll verziert werden, sind diese keinesfalls als reine geographische Darstellungswerke zu verstehen. Die Titelblätter werden typographisch und gestalterisch sorgfältig gegliedert, auch die Mappenwerke an sich werden mit schmückenden Ornamenten verziert. Oft verschönern die Wappen der Region die Mappen, Stadtbilder werden aus der Vogelperspektive gezeigt.
Zudem werden im 17. Jahrhundert viele künstlerische Elemente, wie beispielsweise ein Rahmen oder die Kartusche beigefügt. Gleichzeitig finden metaphorische Beigaben Eingang in die Reiseatlanten: So werden beispielsweise die vier Elemente, die symbolischen Darstellungen der zwölf Monate oder charakteristische Merkmale der fremden Kulturen der jeweils gezeigten Länder abgebildet.
Die ersten bekannten dekorativen Elemente auf einer Landkarte finden sich schon im 10. Jahrhundert in einem Manuskript von Isidor aus Sevilla, in dem in den vier Ecken die Personifikationen der vier Winde gezeigt werden, die auf einem sackartigen Gebilde reiten. Die künstlerischen Verzierungen auf geographischen Reiseatlanten dienen unter anderem dazu, die rein utilitaristische Funktion der Karten aufzulockern, den Entdeckungseifer der Menschen zu betonen und letztendlich die leeren Stellen auf den Karten kunstvoll auszufüllen.


 
Ketterer Kunst
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