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Bergbau und Hüttenwesen

Der Bergbau bezeichnet einen Wirtschaftszweig, der das Aufsuchen und Erschließen, die Förderung und die Aufbereitung von nutzbaren Bodenschätzen wie Mineralien und Gesteinen umfasst. Die wichtigsten geförderten Rohstoffe sind Braun- und Steinkohle, Eisen- und Metallerze, Edelmetalle, Erdöl und Erdgas, Salze, Mineralien, Massenrohstoffe (z.B. Kies und Sand) und Gesteine (z.B. Schiefer). Diese Rohstoffe kommen in der Natur in verschiedenen Aggregatzuständen (fest, flüssig oder gasförmig) vor. Die Förderung des jeweiligen Rohstoffes ist abhängig von der geologischen Situation und der Tiefe in der er gefunden wird.
Das Hüttenwesen beschäftigt sich mit der Erstellung von Metallen aus Erzen oder im Sinne von Recyling mit der Wiederaufarbeitung von Schrotten, Schlacken und anderen metallhaltigen Abfällen zu reinen Metallen oder entsprechenden Legierungen.
Grundsätzlich gibt es im Bergbau drei verschiedene Vorgehensweisen für die Förderung. Bei gasförmigen und flüssigen Rohstoffen (z.B. Erdöl) werden Bohrungen gemacht. Ist der Rohstoff nahe der obersten Erdschicht zu finden, wie z.B. bei der Braunkohle, einigen Erzen und Diamanten, wird im Tagebau gefördert. Der Untertagebau in Bergwerken kommt schließlich bei tief in der Erde liegenden Rohstoffen zum Einsatz. Es werden Stollen oder Schächte ausgehoben bis ein Streckensystem (Sohle) entsteht, in das schlussendlich die Maschinen und Förderanlagen zur Gewinnung des Stoffes eingebaut werden.

Der Bergbau existierte bereits vereinzelt in der Steinzeit, seit der Bronzezeit war er in allen alten Kulturen vorzufinden. Zentren des Bergbaus in der Antike waren Zypern, Laurion in Afrika, Spanien, Irland und Cornwall. Der deutsche Bergbau nahm bis ins 16. Jahrhundert eine führende Position ein, nicht nur in Deutschland selbst, sondern durch deutsche Bergleute auch im übrigen Europa, vor allem in Ungarn und Spanien. Eine weiterere Hochphase des Bergbaus wurde ab 1550 eingeleitet, da einige technische Innovationen den Abbau verbilligten und die Förderung in größeren Tiefen möglich machten.
Im 17. Jahrhundert wirkte der Staat kontrollierend auf den Bergbau ein. Es wurden Knappschaften für die Bergleute gegründet und Bergakademien eröffnet. Mit der Erfindung der Dampfmaschine in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es zu einem weiteren Höhepunkt im Bergbau. Einzelne Zweige der Branche expandierten rasch und ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden große Reviere in Europa (z.B. Nordfrankreich, Ruhr, Saar, etc.), den USA, Südafrika und Australien.
Literaturgeschichtlich ist der Aufschwung des Bergbaus im 16. Jahrhundert an der Zahl der themenbezogenen Veröffentlichungen von spezifischen fachlich-technischen Schriften und Abhandlungen deutlich ersichtlich. Dabei nimmt das um 1500 in Augsburg erschienene Bergbüchlein des Freiberger Arztes Ulrich Rülein von Calw eine Vorreiterstellung ein. Ein weiteres wichtiges Werk stammt von dem sächsischen Humanisten und Arzt Georg Agricola. Sein 1556 in Basel erschienenes Hauptwerk "De re metallica libri XII" enthält fast 300 Holzschnitte und blieb über zweihundert Jahre lang das vorherrschende Standardwerk.
Im fachlicher als auch in bibliophiler Hinsicht sind außerdem die Schriften von Lazarus von Ercker "Aula Subterranea" (1672), Gabriel Jars "Voyages metallurgiques" (1774-81) und Jacob Leupold "Theatrum machinarum generale"(1724-88) zu erwähnen.


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