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FOTOGRAFIE
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Heinz Hajek-Halke

Heinz Hajek-Halke wird am 1. Dezember 1898 in Berlin geboren, verbringt seine Kindheit jedoch in Argentinien. Zurück in Deutschland beginnt er 1915 ein Studium der Grafik in Berlin. 1916 dient er als Soldat im Ersten Weltkrieg, daraufhin setzt er sein Studium fort.
Ab 1924 fotografiert Heinz Hajek-Halke und schon bald erhält er eine Anstellung bei der Agentur "Presse-Photo". Er experimentiert mit fotografischen Techniken – es entstehen Lichtmontagen, Doppelbelichtungen, Fotocollagen und -montagen.
Eine Besonderheit stellt die Technik der "Combi-Photographie" dar, bei der Hajek-Halke mehrere Negative für einen Abzug montiert. Seine Aufnahmen sind innovativ und nutzen die neu entdeckten Möglichkeiten, Fotografien zu manipulieren. Heinz Hajek-Halke will nach eigener Aussage "mit allen Mitteln fortschrittlicher Aufnahmetechnik und unter Wahrung künstlerischer Richtlinien neben die naturhafte Wirklichkeit eine illusionistische Realität [...] setzen". Er arbeitet für die Werbung, fertigt Reportagen und Aktaufnahmen an.
1933 widersetzt sich Heinz Hajek-Halke dem Auftrag der NSDAP Dokumentarfilme zu fälschen und zieht an den Bodensee, wo er sich mit Makroaufnahmen von Kleintieren beschäftigt.
1937 fertigt er in Brasilien mehrere Fotoreportagen an. Zwei Jahre später ist er als Fotograf bei den Dornier-Werken in Friedrichshafen tätig. Im letzten Kriegsjahr gerät er in französische Gefangenschaft, kann jedoch bald fliehen.
Heinz Hajek-Halke ist fasziniert von Schlangen, baut eine eigene Kreuzotternfarm auf und beschäftigt sich weiter mit experimenteller Fotografie. Aus Draht erstellt er plastische Gebilde, die als Motive für seine fotografischen Versuche ("Lichtgrafiken") dienen.
1949 lernt er Otto Steinert kennen, der der Gruppe "fotoform" angehört. Hajek-Halke tritt der Gruppe kurzzeitig bei und erhält sechs Jahre später eine Anstellung als Professor für Fotografie und Fotografik an der Universität der Künste in Berlin. Seine Aufnahmen sind auf der ersten Ausstellung "subjektive Fotografie" zu sehen.
Heinz Hajek-Halke stirbt am 11. Mai 1983 in Berlin. Sein Werk verbindet die Fotografie des Neuen Sehens mit den Experimenten der Gruppe "fotoform" und der "subjektiven Fotografie" im Deutschland der Nachkriegszeit.


 
Ketterer Kunst
Sammelgebiete:
z. B. GROSSE NAMEN