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FOTOGRAFIE
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Heinrich Kühn

Der österreichische Fotograf Heinrich Kühn, geboren 1866 in Dresden, gilt als einer der Begründer der "Kunstfotografie" (auch:"Piktorialismus"). Heinrich Kühn beginnt nach seinem Medizinstudium um 1888 mit ersten fotografischen Experimenten.1894 lernt er Hugo Henneberg und Hans Watzek kennen. Gemeinsam erproben sie die Ausdrucksmöglichkeiten des von Demachy entwickelten farbigen Gummi-Biochromat-Verfahrens.
1896 wird Kühn Mitglied der Fotografengruppe "Linked Ring" und ein Jahr später gründet er gemeinsam mit Henneberg und Watzek die Gruppe "Kleeblatt" ("Das Trifolium"). Auf der Secessions-Ausstellung 1898 in München erhalten die Fotografien gute Kritiken. Ab 1901 beschäftigt sich Heinrich Kühn vor allem mit Porträtstudien, wobei er besonderen Wert auf die charaktervolle Darstellung des Gesichts und der Hände legt und unwichtige Details in düsterer Unschärfe verschwimmen lässt.
Ab 1907 erstellt er großformatige Wandbilder, auf denen Landschaften zu sehen sind; später konzentriert er sich auf Stillleben. Heinrich Kühns Bilder sind von der Technik des Gummidrucks geprägt: Sie ermöglicht eine feine Ausdifferenzierung der Tonwerte bei gleichzeitig sehr weichen Konturen. Die Unschärfe als Stilmittel führt zu einer malerischen und zugleich verflachenden Bildwirkung. Kühn macht um 1907 Bekanntschaft mit Edward Steichen und Alfred Stieglitz. Letzterer veröffentlicht Heinrich Kühns Fotografien mehrfach in seiner Zeitschrift "Camera Work".
Heinrich Kühn setzt sich während seines Lebens mit neuesten fototechnischen Entwicklungen auseinander. Er experimentiert mit dem Autochrom-Verfahren der Brüder Lumière, entwickelt unter anderem ein eigenes Porträtobjektiv und verfasst zahlreiche Artikel zu fototechnischen Problemstellungen und Neuerungen.
1914 eröffnet Heinrich Kühn eine Fotoschule in Innsbruck, fünf Jahre später zieht er nach Birgitz, wo er 1944 stirbt.


 
Ketterer Kunst
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