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FOTOGRAFIE
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Cindy Sherman

Die Film- und Fotokünstlerin Cindy Sherman wird am 19. Januar 1954 in Glen Ridge, New Jersey geboren. Sie studiert ab 1972 Malerei und Fotografie in Buffalo und New York.
Für ihre erste große Fotoserie "Untitled Film Stills" (1977-80) inszeniert Sherman sich selbst in Rollen, die angelehnt sind an weibliche Figuren aus Hollywoodfilmen, TV-Serien und B-Movies. Dabei bezieht sie sich nicht konkret auf einen bestimmten Film, sondern spürt den Klischees nach, die durch die Bildmedien erzeugt werden. Die Aufnahmen wirken seltsam vertraut, obschon sie aus keinem bekannten Film stammen und provozieren beim Betrachter einen kritischen Blick auf das von den Medien vermittelte Frauenbild. Nach dieser schwarzweißen Serie wendet sich Cindy Sherman der Farbfotografie zu (z.B. "Rare-Screen-Productions" und "Centerfolds"). In diesen Jahren ist sie auch für die Modebranche tätig, persifliert dabei jedoch die Ästhetik der Modefotografie. Sherman nimmt zu dieser Zeit eine der wichtigsten Positionen moderner feministischer künstlerischer Fotografie ein. 1982 stellt sie ihre Arbeiten auf der Documenta 7 in Kassel und auf der Biennale in Venedig aus.
Mitte der 80er Jahre setzt sich Cindy Sherman mit der Ästhetik der Hässlichkeit auseinander, inszeniert Gewalttaten, Monster, Verwesung und Tod. Ihre großformatigen "Disgust Pictures" zeigen grauenvolle Szenerien mit Ratten, Erbrochenem, Eiter, Schimmel und Leichen.
Ab 1988 entstehen die "History Portraits". Sherman stellt historische Porträts alter Meister mit Flohmarktrequisiten und Verkleidungen nach. Durch bewusste Verzerrungen verhindert sie jedoch beim Betrachter eine eindeutige Zuordnung und ruft Irritationen hervor. Bei der folgenden Serie "Sex Pictures" posiert Cindy Sherman nicht mehr selbst, sondern arrangiert statt dessen Gliederpuppen, Prothesen, Dummies und erotische Utensilien zu verstörenden Bildern, die den heutigen voyeuristischen Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität kritisch reflektieren. 1997 dreht sie ihren ersten Kinofilm ("Office Killer"), einen bizarren Thriller über eine Büroangestellte, die mordet und die Leichen in ihrem Wohnzimmer drapiert.
1999 beschäftigt sie sich mit den "Surrogates" wieder mit dem Thema Standbild. Cindy Sherman lebt in New York.


 
Ketterer Kunst
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