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FOTOGRAFIE
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Adolphe-Eugène Disdéri

André Adolphe-Eugène Disdéri, geboren am 28. März 1819 in Paris, ist ein bedeutender Porträtfotograf des 19 Jahrhunderts und der Erfinder der "Carte-de-Visite". Nach seinem Studium der Malerei von 1831-37 ist Disdéri drei Jahre lang Mitglied einer Theatergruppe. Er beginnt daraufhin, sich für fotografische Techniken zu interessieren und eröffnet sein erstes Fotoatelier in Brest.
Adolphe-Eugène Disdéri entwickelt 1853 eine (Multipleoptik-) Kamera, die mit sechs bis acht symmetrisch angeordneten Objektiven ausgestattet ist und bei der Belichtung der Platte ebensoviele Miniaturporträts (Carte-de-Visite) im Format 6x9 cm hervorbringt. Ein Jahr später meldet er seine Erfindung zum Patent an und eröffnet ein großes Fotoatelier in Paris, welches er jedoch bereits zwei Jahre später wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgeben muss. Das Jahr 1859 markiert einen Wendepunkt in Adolphe-Eugène Disdéris Leben.
Seine Porträts im Visitenkartenformat werden schlagartig bekannt, als Napoleon III sich in seinem Atelier porträtieren lässt. Adolphe-Eugène Disdéris Visitenkartenbilder sind nun in europäischen Adelshäusern gefragt und bald gilt es auch in der breiten Bevölkerung als chic, die kleinen Porträts zu verschenken oder in der Wohnung anzubringen. In kürzester Zeit wird Disdéri zu einem reichen Mann. Er gründet weitere Ateliers (u.a. in St. Cloud und später in London) und porträtiert zahlreiche berühmte Persönlichkeiten. Diese Porträts plant Adolphe-Eugène Disdérie einmal unter dem Titel "Galerie des contemporains" (Galerie der Zeitgenossen) zu veröffentlichen.
Doch das Glück ist Disdéri nicht lange treu – durch Spekulationen verliert er sein gesamtes Vermögen. Blind, taub und als armer Mann stirbt Adolphe-Eugène Disdéri am 4. Oktober 1889 in Paris. Die Carte-de-Visite bleibt noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Mode und dient zudem auch rein praktischen Zwecken: sie kommt beispielsweise bei der Polizei zum Einsatz, die sie zur leichteren Identifizierung von Straftätern verwendet.


 
Ketterer Kunst
Sammelgebiete:
z. B. GROSSE NAMEN